2.6.1941 - Kontomari
Was geschah
Als Reaktion auf den Widerstand der kretischen Bevölkerung gegen die deutsche Invasion erließ Generaloberst Student am 31.Mai 1941 einen Befehl zu "Vergeltungsmassnahmen" [1]
- „... Als Vergeltungsmaßnahmen kommen in Frage: 1.) Erschiessungen 2.) Kontributionen 3.) Niederbrennen von Ortschaften 4.) Ausrottung der männlichen Bevölkerung ganzer Gebiete. .... Es kommt nun darauf an, alle Massnahmen mit größter Beschleunigung durchzuführen, unter Beiseitelassung aller Formalien und unter bewusster Ausschaltung von besonderen Gerichten. Bei der ganzen Sachlage ist dies Sache der Truppe und nicht von ordentlichen Gerichten. Sie kommen für Bestien und Mörder nicht in Frage. ...“[2]
Am 2.Juni 1941 wurden im Dorf Kondomari 25 willkürlich ergriffene männlicher Bewohner erschossen. Eine Gerichtsverhandlung fand nicht statt. Der Ort wurde zerstört.
Hintergrund
Der Photograph Peter Weixler photographierte im Auftrag der Propagandakompanien der Wehrmacht die Erschießungen. In einer Aussage im Prozess gegen Hermann Göring beschrieb er die Erschießungen in Kondomari. Wegen Verrats war er vom Januar 1944 bis April 1945 inhaftiert, da er über dieses Massaker berichtet hatte, sein Bilder nicht zu Propagandazwecken taugten und er Kretern zur Flucht verholfen haben soll. [3] Im Nürnberger Prozess gegen Hermann Göring wurde Weixlers Zeugenaussage aufgenommen.
Belege
- Nürnberger Prozesse: Die Donovan-Archive
- Gen.Kdo. XI. Fliegerkorps, Der Kom.Gen., 31.5.1941, Bundesarchiv, BA-MA, RH 28-5-4b, Bl. 412 f
- Auszugsweise auch bei Xylander, Marlen von: Die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta. Freiburg i.B. 1989, S.32
Weblinks
- Bundesarchiv Digitales Bildarchiv
- Aussage von Franz Peter Weixler zu den Erschießungen in Kondomari (engl.)
- Wikipedia: Kondomari

